Heilerziehungspfleger:in

Ein Heilerziehungspfleger betreut ein Kind im Rollstuhl.
© Jarenwicklund-ranstad

Heilerziehungspfleger berichten oft von Glücksmomenten im Berufsleben: wenn beispielsweise ein Mensch mit Behinderung zum ersten Mal eine neue Herausforderung meistert oder wenn Augenblicke des Vertrauens, der Zuneigung oder der puren Freude entstehen. Wer in solch einem Beruf arbeitet, kann mit Sicherheit sagen: Langweilig wird es nicht so schnell!

 


Was macht ein/e Heilerziehungspfleger:in?

Viele finden in der Heilerziehungspflege ihre Berufung, doch es gibt – wie in allen Pflegeberufen auch – ihre Herausforderungen. Das Ziel ist immer ihnen größtmögliche Selbstständigkeit zu ermöglichen und ihre Stärken zu entwickeln. Doch trotzdem gehört oft Schichtdienst dazu, damit die anvertrauten Menschen rund um die Uhr betreut werden können.

Außerdem fällt es nicht allen Pfleger:innen von Anfang an leicht, mit den psychischen Belastungen umzugehen. Die gute Nachricht: Das lässt sich lernen. Man sollte trainieren, gesund mit Stress umzugehen und bewusst zu entspannen, dafür gibt es entsprechende Kurse, die die Krankenkassen anbieten. Manchmal aber auch von den Trägern der Einrichtungen. Auch der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen kann helfen und ist auch wichtig, wenn er konstruktiv geführt wird, beispielsweise in Supervisionsgruppen oder auf Fachtagungen.

Eine ideale Anlaufstelle sind dafür einschlägige Berufsverbände. Grundsätzlich gilt: Nicht nur Fürsorge für andere, sondern auch Selbstfürsorge spielt in der Heilerziehungspflege eine wichtige Rolle. Dann kann dieser Beruf auch auf Dauer zutiefst befriedigend sein.

 


Wie läuft die Ausbildung zum/zur Heilerziehungspfleger:in ab?

In der Ausbildung zum Heilerziehungspfleger oder zur Heilerziehungspflegerin erwirbst du die Fähigkeiten und Kenntnisse, um Menschen mit Behinderungen in verschiedenen Lebensbereichen zu unterstützen und zu fördern. Dabei steht die Förderung der Selbstständigkeit und Teilhabe der betreuten Personen im Mittelpunkt deiner Arbeit. Deine Aufgaben sind vielfältig und umfassen sowohl soziale als auch administrative Tätigkeiten.

Zu deinen sozialen Haupttätigkeiten gehören die individuelle Betreuung und Pflege von Menschen mit Behinderungen. Du unterstützt sie bei alltäglichen Aufgaben, förderst ihre soziale Integration und begleitest sie in verschiedenen Lebenssituationen. Dabei ist Empathie, Einfühlungsvermögen und pädagogisches Geschick gefragt.

Zusätzlich übernimmst du organisatorische Aufgaben, wie die Planung von Aktivitäten und Ausflügen sowie die Erstellung von Förderplänen. Du arbeitest in sozialen und gesundheitlichen Einrichtungen wie Senioren- und Pflegeheimen, Sonderkindergärten oder Wohnheimen für Menschen mit Behinderungen. Teilweise kannst du auch in Privathaushalten tätig sein, um den Menschen mit Behinderung in ihrem vertrauten Umfeld zu helfen.

Lehrzeit

2-3 Jahre

Vergütung

variiert

Voraussetzungen

  • An diesen Schulfächern solltest du Gefallen finden:
    • Kunst/Musik/Werken: Kenntnisse und Erfahrungen aus dem künstlerisch-handwerklichen Unterricht sind von Vorteil, wenn es z.B. darum geht, mit den Kindern oder Erwachsenen zu basteln, zu singen oder zu musizieren.
    • Ethik: Die Betreuung hilfsbedürftiger Menschen ist von ethischen Grundsätzen geprägt. Ein gutes Gespür für ethische Fragestellungen ist in dieser Aus- bzw. Weiterbildung wichtig.
    • Pädagogik/Psychologie: Du lernst Beziehungen zu den anvertrauten Personen aufzubauen, ihre Entwicklungsmöglichkeiten zu erkennen und sie entsprechend zu fördern, Gruppenprozesse zu gestalten und mit Konflikten richtig umzugehen. Pädagogische und psychologische Kenntnisse sind hierfür vorteilhaft.
    • Hauswirtschaftslehre: Vorkenntnisse aus dem Fach Hauswirtschaftslehre sind nützlich, wenn du z.B. Mahlzeiten zubereitest oder gemeinsam mit den zu betreuenden Menschen kochst.
  • Du solltest interssierst sein an…  
    • sozialen Tätigkeiten, z.B. Anregen, Organisieren und Unterstützen von therapeutischen Maßnahmen
    • praktischen Tätigkeiten, z.B. Zubereiten von Mahlzeiten, Unterstützen von bettlägerigen oder kranken Menschen beim An- und Auskleiden
    • kreativen Tätigkeiten, z.B. kreatives Arbeiten wie Malen und Basteln mit Menschen mit Behinderungen

Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten

Weiterbildungen
Nach deiner Ausbildung zur/zum Heilerziehungspfleger/in kannst du dich auf ein von Dir gewünschtes Gebiet spezialisieren. Zum Beispiel kannst Du eine Weiterbildung zur Fachkraft für Heilpädagogisches Reiten oder im Bereich Sprachförderung machen.

Betriebs- oder Fachwirt im Sozial- und Gesundheitswesen
Die Weiterbildung zum Fachwirt oder zum Betriebswirt im Sozial- und Gesundheitswesen ist immer eine Entscheidung, vorallem wenn du gute betriebswirtschaftliche Kompetenzen aufweist und Du an einer Führungsposition und einem besseren Gehalt interessiert bist. Diesen Weg kannst Du entweder berufsbegleitend machen, dann hast du abends und manchmal am Wochenende spezielle Fortbildungen und Lehrgänge. Berufsbegleitend wirst Du zwischen ein und zwei Jahren benötigen, bis Du Deinen Abschluss in den Händen hältst.

Studium
Bist Du Hochschulberechtigt, kannst Du genauso einen weiterführenden Studiengang wählen. Viele verschiedene Fachrichtungen locken mit interessanten wissenschaftlichen Inhalten und Lehrgängen. Mögliche Studiengänge sind etwa Rehabilitations- und Sonderpädagogik, Gesundheits- und Rehabilitationspsychologie, Soziale Arbeit oder Heilpädagogik.

Selbstständigkeit
Hast Du ausreichendes Wissen, sowie genügend Berufserfahrung kannst Du auch die Selbstständigkeit in Betracht ziehen und Deinen eigenen Sozialdienst oder Ähnliches gründen.

 

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