Berufskraftfahrer:in

© Volvo Trucks txn

Möchtest Du gerne einen Job mit guten Zukunftsaussichten? Dann musst Du auf die Straße, denn europaweit fehlen Lkw-Fahrer:innen und andere Berufskraftfahrer:innen. Die Folge: Wer heute neu in den Job startet, kann sich den Arbeitgeber, oft auch den Lkw oder Bus, und so das beste Angebot auswählen. Es lohnt also, einen genaueren Blick auf einen Beruf zu werfen, von dem viele nur Klischees im Kopf haben.

 


Was macht ein/e Berufskraftfahrer:in?

Der Job ist anspruchsvoll. Wer einen 40-Tonner sicher durch den Straßenverkehr lenkt oder einen Schulbus mit bis zu 50 Kindern, muss sein Fahrzeug gut kennen und jederzeit im Griff haben. Und die Verantwortung geht noch viel weiter. Z. B. LKW-Fahrer*innen kontrollieren die Funktionstüchtigkeit der Trucks, überwachen das Be- und Entladen und sind dafür verantwortlich, dass die Ladung gleichmäßig verteilt und ordnungsgemäß gesichert ist. Du muss Dich genauso permanent über gesetzliche Vorgaben oder neue Fahrzeugtechnologien informieren. Als Busfahrer:in gehst Du so ähnlich vor. Du kontrollierst den Bus, musst dafür sorgen, dass er nicht schmutzig ist und vieles mehr.

So groß die Verantwortung der Fahrer ist, so streng sind die rechtlichen Regelungen für Aus- und Weiterbildung. Laut Gesetz muss jeder, der in dem Job arbeiten will, die sogenannte Grundqualifikation nachweisen. Berufsanfänger*innen erwerben sie üblicherweise in einer dreijährigen dualen Ausbildung zusammen mit dem Lkw-Führerschein. Quereinsteiger *innen müssen neben der Führerschein-Ausbildung eine IHK-Prüfung absolvieren, gegebenenfalls mit vorheriger professioneller Schulung.

 


Wie läuft die Ausbildung zum/zur Berufskraftfahrer:in ab?

Die Ausbildung zur Berufskraftfahrerin bzw. zum Berufskraftfahrer ist eine dreijährige duale Ausbildung, die sowohl in der Berufsschule als auch im Ausbildungsbetrieb stattfindet. Während dieser Ausbildung erwirbst du umfassende Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich des professionellen Fahrens von Lastkraftwagen (Lkw) und Bussen verschiedener Größenordnungen.

In den ersten Ausbildungsjahren liegt der Fokus darauf, dich auf die Straßenführung und das sichere Fahren von verschiedenen Fahrzeugen vorzubereiten. Je nach Ausbildungsbetrieb kannst du mit verschiedenen Arten von Fahrzeugen arbeiten, darunter Seitenlader, Tankwagen und Abrollkipper. Du wirst lernen, wie man diese Fahrzeuge effizient und sicher be- und entlädt. Zudem erfährst du, wie du vor und nach jeder Fahrt die erforderlichen Kontrollen am Fahrzeug durchführst und wie du Unfall- sowie Gefahrenstellen sicher absicherst.

Ein weiterer wichtiger Teil der Ausbildung befasst sich mit administrativen Aufgaben. Du lernst, wie man Abrechnungen erstellt, erbrachte Leistungen dokumentiert und Fahrten unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten plant und organisiert. Dies umfasst auch die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und Regelungen im Straßenverkehr.

Während der Ausbildung wirst du nicht nur das Fahren selbst erlernen, sondern auch ein umfassendes Verständnis für die Verantwortung eines Berufskraftfahrers oder einer Berufskraftfahrerin entwickeln. Dies schließt die Sicherheit des Fahrzeugs und seiner Ladung, die Einhaltung von Verkehrsregeln und Umweltschutzmaßnahmen sowie die Pflege und Wartung des Fahrzeugs mit ein.

Lehrzeit

3 Jahre

Vergütung

  • 1. Jahr: 638-1100 €
  • 2. Jahr: 732-1195 €
  • 3. Jahr: 837-1255 €

Voraussetzungen

  • Spaß am Fahren
  • Verantwortungsbewusstes Handeln
  • Langes Sitzen und Konzentrieren sollten Dir nichts ausmachen
  • Mindestens einen Hauptschulabschluss

Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten

Spezialisierungen

Du kannst Dich nach Deiner Lehre in verschiedenen Bereichen spezialisieren. Dabei kommt es darauf an, in welcher Branche du arbeiten beziehungsweise welche Art von Fahrzeug du fahren möchtest. Zum Beispiel kannst Du Busfahrer, Auslieferungsfahrer, Zugmaschinen- oder Sonderfahrzeugführer werden, wenn du gerne ein großes Fahrzeug fahren möchtest. Weitere Möglichkeiten werden dir in der Entsorgungsbranche geboten. Solltest du aber doch eher die Fahrt mit dem PKW bevorzugen, wären Stellen als Botenfahrer, Dienstwagenfahrer oder Taxifahrer besser für dich geeignet.

Weiterbildung zum Staatlich geprüften Techniker

Diese Weiterbildung wird mit den Fachrichtungen Kraftfahrzeugtechnik und Verkehrsmanagement angeboten. Du kannst die Weiterbildung in zwei Jahren Vollzeit oder in Teilzeit mit vier Jahren absolvieren. Als Techniker mit der Fachrichtung Kraftfahrzeugtechnik übernimmst du Fach-und Führungsaufgaben in der Entwicklung, Produktion, Wartung und Instandsetzung. Auch um den Vertrieb von Fahrzeugen, Fahrzeugbauteilen und -baugruppen wirst Du Dich kümmern. Mit der Fachrichtung Verkehrsmanagement liegt Dein Tätigkeitsschwerpunkt auf Planungs-, Dispositions-, Kontroll- und Regulierungsaufgaben in Verkehrs- und Straßenbauverwaltungen, in Unternehmen des öffentlichen Nahverkehrs oder Ingenieurbüros.

Weiterbildung zum geprüften Fachwirt

Als Fachwirt wirst Du in den Bereichen Verkehr, Hafenwirtschaft, Transport und Logistik arbeiten. Als geprüfter Fachwirt übernimmst du qualifizierte Fach- und Führungsaufgaben in Betrieben des Transport- und Verkehrsgewerbes, wie beispielsweise bei Speditionen, öffentlichen Verkehrsbetrieben, Schifffahrts- und Busreiseunternehmen oder Luftverkehrsbetrieben. Ebenso kannst du in Reisebüros und bei Reiseveranstaltern tätig sein. Nach den Lehrgängen musst Du keine Prüfung ablegen. In Vollzeit dauert die Weiterbildung drei bis neun Monate, in Teilzeit ein bis zwei Jahre.

Weiterbildung zum Meister im Kraftverkehr

Hast Du einen Meistertitel im Kraftverkehr übernimmst du folgende Tätigkeiten im Transportunternehmen: Fach-, Führungs- und Organisationsaufgaben. Als Meister bist Du hauptsächlich in Speditionen, bei privaten Post- und Kurierdiensten oder Verkehrsbetrieben im öffentlichen Personennahverkehr tätig. Auch im Bereich Krankentransport- und Rettungsdiensten kannst du eine Tätigkeit finden. Die Vorbereitungskurse dauern in Vollzeit sechs bis acht Monate, in Teilzeit 18 bis 24 Monate. Auch wenn Du nicht im Vorbereitungskurs warst, kannst Du die Prüfung machen. Dennoch haben die meisten Prüfungsteilnehmer am Vorbereitungskurs teilgenommen.

 

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